10.8.: Donnerstagsvortrag im IBSR „Aufklärung und Aufklärer in Braunschweig“

Der nächste Vortrag des Instituts für Braunschweigische Regionalgeschichte an der TU Braunschweig findet statt am Donnerstag, den 10. August 2017 um 19.00 Uhr.

Vortrag: »Aufklärung und Aufklärer in Braunschweig«
Edward Gibbon und Johann Joachim Eschenburg
Prof. Dr. h.c. Gerd Biegel
Eintritt frei

Es gab viele Stationen im Leben des englischen Geschichtsschreibers Edward Gibbon (1737 – 1794), aber Braunschweig? Zugegeben, ein Aufenthalt Gibbons in Braunschweig ist bisher trotz aller sorgfältigen Spurensuche nicht nachweisbar. Aber eine so „zentrale Figur der kritischen Aufklärung“ kann in einem der führenden städtischen Zentren der norddeutschen Aufklärung nicht unbeachtet geblieben sein.

Gibbon war ein bereits in seiner Zeit viel beachteter Autor, „in dessen Schriften ein edler, freimütiger Sinn, gleich entfernt von entscheidender Anmaßlichkeit und von scheuer, engherziger Zurückhaltung, so sichtbar hervorleuchtet“, so bestätigt das Urteil des Braunschweiger Gelehrten Johann Joachim Eschenburg (1743 – 1820) die Kenntnis von Gibbons Werk in Braunschweig. Dieser Hinweis findet sich im Vorwort der deutschen Ausgabe von Gibbon’s Leben, die 1796 in der Braunschweiger Schulbuchhandlung erschienen ist. In einer Anmerkung zu diesem Zitat verweist der Übersetzer ausdrücklich auf den Professor am Collegium Carolinum, Johann Joachim Eschenburg: „So urtheilt wenigstens über ihn einer der geschmackvollesten Kunstrichter unsers Zeitalters, Herr Hofrath Eschenburg“.

Mit Eschenburg begegnen wir zugleich einem der bedeutenden Gelehrten der Spätaufklärung in Braunschweig vor uns, den wir ohne weiteres als letzten Universalgelehrten am Collegium Carolinum bezeichnen dürfen. Mit seiner reichen Rezensions- und Übersetzertätigkeit, insbesondere aus dem Englischen, gilt er geradezu als paradigmatische Gestalt für den Wissenstransfer und Kulturaustausch der Aufklärung und er war eine zentrale Figur der Gibbon-Vermittlung in Braunschweig sowie der deutschsprachigen Gibbonrezeption im 18. Jahrhundert, denn in der Forschung gilt er als „eine wichtige Figur in der anglophilen Szenerie der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts“.

Das Thema Gibbon und Braunschweig zeigt zugleich erneut, wie das Netzwerk der Aufklärungsgesellschaft hinsichtlich der literarischen Vermittlung sowie der Informationsbeschaffung in der Wissenschaft funktionierte, um Probleme „ob nun aus Mangel an Fremdsprachenkenntnissen oder aufgrund der Schwierigkeiten bei der Besorgung von Büchern aus dem Ausland“ zu lösen.

 

Weitere Informationen finden Sie unter www.tu-braunschweig.de

Das Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte ist Partner im Netzwerk der ZeitOrte.