875 Jahre Kaiserdom Königslutter: Festakt am 25. April 2010

Nach beinahe 10jähriger Restaurierungszeit wird die Stiftskirkche der ehemaligen Benediktiner-Abtei St. Peter und Paul – im Volksmund auch „Kaiserdom“ genannt – wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Wiedereröffnung erfolgt zudem im 875. Jahr der Grundsteinlegung durch Kaiser Lothar III. und seiner Gemahlin Richenza. Ihm und seinen Nachkommen sollte der Bau als Grablege dienen und zugleich seinen christlich- imperialen Machtanspruch dokumentieren.

Die ehemalige Benediktiner-Abteikirche zählt zu den bedeutendsten Bauwerken der Romanik in Deutschland. Vom Anspruch her ist sie vergleichbar mit dem Speyerer Dom, dem Prestigebau der salischen Vorgänger unseres sächsischen Kaisers.  Das Innere der Kirche hat seine Fassung im ausgehenden 19. Jahrhundert durch August von Essenwein erhalten. Die farbenprächtigen Malereien stellen in Verbindung mit der erhaltenen Ausstattung ein in dieser Vollständigkeit seltenes Zeugnis historistischer Denkmalpflege dar.

Mit der nun erfolgten Restaurierung haben wurde ein Raum von einzigartiger Schönheit zurückgewonnen, ein Raum von intensiver geistlicher Ausdruckskraft.  So sehr ein historischer Bau – zumal es sich in diesem Fall um den größten romanischen Kirchenbau Norddeutschlands handelt – die Fenster in eine lebendige Vergangenheit öffnet, so sehr steht  die verantwortlichen Eigentümer dieses Gebäudes, die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, auch in der Verpflichtung, sich Gedanken über die Zukunft solcher bedeutender Kirchenhäuser – als Gotteshaus und als Kunstdenkmal – zu machen. Kann es doch nicht nur um das „Bewahren“ von Geschichte und Tradition, sondern es muss auch um das „Gestalten“ der Zukunft, um die Umsetzung von Visionen gehen.

So bietet der Festakt am 25. April, bei dem auch der Ministerpräsident des Landes Niedersachsen, Christian Wulff, zu Gast sein wird, eine willkommene Gelegenheit in Wort und Musik beide Aspekte aufzugreifen.

Unter den musikalischen Beiträgen befindet sich eine Auftragskomposition der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, das „Magnificat für zwei Soprane und Orchester“ des Braunschweiger Komponisten Manfred Trojahn, das bei dieser Gelegenheit zur Welturaufführung kommen wird.

Tickets für den Festakt sind an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich!

Die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz als Eigentümerin des Kaiserdoms, die Evangelisch-lutherische Landeskirche in Braunschweig und die Stadt Königslutter am Elm laden herzlich dazu ein, das Jubiläumsjahr und den  Kaiserdom feiern. Ein außerordentlich attraktives Programm mit einer großen Zahl von Kulturerlebnissen erwartet die Besucher in den kommenden Monaten.

Nach seiner Wiedereröffnung wird der Dom eine deutlich intensivere Nutzung erfahren als bisher, vor allem auch in touristischer Hinsicht. In diesem Zusammenhang wird das Angebot an Führungen am Kaiserdom und in der Stadt Königslutter ab April ausgeweitet und professionalisiert. Es wird zukünftig auf Zielgruppen oder Themen zugeschnittene Kaiserdom- und Stadtführungen sowie jeweils samstags und sonntags „Öffentliche Führungen“ – ohne Anmeldung – geben.  Anmeldung für Gruppenführungen unter Tel.: 05353 / 912-202

Weitere Informationen zum Veranstaltungsprogramm und zu Führungen unter → www.kaiserdom-koenigslutter.de

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