ab 4. April: 16. Movimentos Festwochen in der Autostadt

Die erste Company der 16. Movimentos Festwochen: Ballett BC aus Kanada

Am 4. April starten die 16. Movimentos Festwochen: Wir stellen in einer Reihe die sieben internationalen Tanzcompanies vor, die fünf Wochen lang im Volkswagen KraftWerk zu erleben sind. Den Anfang macht am Donnerstag, den 5. April, das Ballet BC aus Vancouver, das erstmals in Deutschland zu erleben ist. Die Company eröffnet Movimentos mit drei Choreografien, darunter die Deutschlandpremiere des Stücks „16+ a room“ von der Company-Leiterin Emily Molnar. Das Ensemble tritt am 5., 6. und 7. April jeweils um 20 Uhr im KraftWerk auf.

Ausschnitt aus der Choreografie „16+ a room“
BALLET BC, Quelle: Autostadt Wolfsburg, Fotocredit: Slobodian, Michael

Das im westkanadischen Vancouver beheimatete Ballet BC ist bekannt für seine stilistische wie technische Vielfalt und seine wagemutigen, innovativen Choreografien. Durch sie erweitert es die Grenzen des zeitgenössischen Tanzes, ohne die Wurzeln des klassischen Balletts zu vergessen: Die 20 Tänzerinnen und Tänzer sind im klassischen Ballett wie im zeitgenössischen Tanz ausgebildet und verstehen sich als weltoffene und kritische Künstler, jeder einzigartig in seinem anspruchsvollen Bewegungsvokabular. Das 1986 gegründete Ensemble steht für die Entwicklung und Produktion neuer Stücke des zeitgenössischen Tanzes ebenso wie für die Ausbildung tänzerischen Nachwuchses in Kanada. Seit 2009 wird die Company von Emily Molnar geleitet und erweiterte unter ihrer Leitung die internationale Zusammenarbeit. Das Repertoire der Company umfasst seitdem eine immer größer werdende Anzahl internationaler Choreografien vom späten 20. Jahrhundert bis zur jüngsten Gegenwart. Unter Emily Molnars Leitung entstanden mehr als 40 neue Produktionen in Kooperation mit großen internationalen Choreografen wie William Forsythe, Cayetano Soto, Itzik Galili, Aszure Barton, Johan Inger, Wen Wei Wang und vielen anderen. Ballet BC kommt nun zum ersten Mal nach Deutschland.

Die Choreografien

16+ a room (Deutschlandpremiere)

  • Choreografie: Emily Molnar in Zusammenarbeit mit den Tänzern des Ballet BC
  • Musik: Arrangement und Komposition von Dirk P. Haubrich
  • Lichtdesign: Jordan Tuinman
  • Lichtregie: James Proudfoot
  • Kostüme: Kate Burrows
  • Dauer: ca. 26 Minuten
  • Weltpremiere: 17.10.2013, Ballet BC

Komplexe choreografische Studien zu Zeit, Veränderung und Stillstand prägen Emily Molnars einzigartige Formensprache, mit der sie die Zeit sichtbar macht und in der Zwischenräume ebensolche Bedeutung erlangen wie der ausgefüllte Raum. In ihrer Choreografie „16+ a room“ – inspiriert von den Werken der Autorinnen Jeanette Winterson und Emily Dickinson – schafft Molnar zu treibenden Arrangements des deutschen Komponisten Dirk Haubrich eine Welt für 16 Tänzerinnen und Tänzer, die einen gleichzeitig die Freiheit wie das Verschwinden erspüren lässt. Die Choreografie zeichnet sich durch eine immense Dynamik aus, in der selbst bewegungslose Momente von einem nahezu unsichtbaren Tremor, einem rhythmischen Zittern der Körper zum pulsieren gebracht werden.

Bill

  • Choreografie & Kostüm: Sharon Eyal & Gai Behar
  • Musik und Sounddesign: Ori Lichtik
  • Licht: Omer Sheizaf
  • Einstudierung: Osnat Kelner
  • Spieldauer: ca. 30 Minuten
  • Weltpremiere: 5. Mai 2010, Batsheva Dance Company

Die Choreografie „Bill“, eine raue, intensive Mischung aus Tanz, Musik und Design, lässt eine sehr eigene Welt entstehen. Sie zeigt die für Sharon Eyals und Gai Behars Arbeiten bezeichnenden Verschiebungen von großen zu kleineren Gruppen, aus denen sich atemberaubende Soli entwickeln. Von den Tänzerinnen und Tänzern erfordert sie komplexe und zugleich präzise Bewegungen: Die menschliche Anatomie wird auf kühne Weise genutzt, indem Körper sich grotesk verdrehen und wie aus Gummi erscheinen lassen. Zugleich entwickelt sich eine mitreißende Heiterkeit, eine fast übermütige und sinnliche Freude am Körper und seiner Bewegung.

Die Produktion entstand gemeinsam mit Ori Lichtig, mit dem Eyal und Behar häufig zusammenarbeiten. Seine Uraufführung feierte das Stück 2010 mit der Batsheva Dance Company, die Premiere mit dem Ballet BC fand 2016 statt.

Solo Echo

  • Choreografie: Crystal Pite
  • Musik: Johannes Brahms: Auszüge aus zwei Sonaten für Cello und Klavier:
  • Allegro Non Troppo aus op. 38 e-
  • Moll und Adagio Affettuoso aus op. 99 F-Dur. /Yo-Yo Ma (Cello) und
  • Emanuel Ax (Piano)
  • Bühne: Jay Gower Taylor
  • Kostüme: Crystal Pite und Joke Visser
  • Licht: Tom Visser
  • Einstudierung: Eric Beauchesne
  • Spieldauer: ca. 20 Minuten
  • Weltpremiere: 29. Februar 2012, Nederlands Dans Theater

In „Solo Echo“ folgt Crystal Pite ihrem Grundmotiv der lebenslangen künstlerischen Erforschung von Spannung und ihrer Auflösung. Inspirationsquelle für die Choreographie sind zwei Sonaten für Klavier und Cello von Johannes Brahms, die Crystal Pite auf ihrem künstlerischen Weg begleiteten, sowie das Gedicht „Lines for Winter“ von Mark Strand. Das Allegro aus Opus 38 von Johannes Brahms drückt Leidenschaft und Ausgelassenheit, bisweilen auch aggressive Rücksichtslosigkeit aus. Charaktereigenschaften der Jugend, die sich im 20 Jahre später entstandenen Allegro aus Brahms Opus 99 in Zurückhaltung und Nachdenklichkeit gewandelt haben. „Solo Echo“ bewegt sich zwischen Aggression und Sehnsucht, zwischen Individuum und Kollektiv auf dem Weg vom Konflikt zur Übereinstimmung.

Tickets für die Veranstaltungen der 16. Movimentos Festwochen sind telefonisch über die kostenfreie ServiceLine der Autostadt unter 0800 288 678 238, im Internet unter www.eventim.de und an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich. Alle Informationen zu den Movimentos Festwochen sind online unter www.movimentos.de verfügbar.

Weitere Informationen zur Autostadt finden Sie unter www.zeitorte.de