Mein Erlebnis: Hüttenwerksbesichtigung in Salzgitter

Mein Name ist Melina und ich arbeite momentan beim TourismusRegion BraunschweigerLand e.v. und unterstütze dort die Projekte des Netzwerks ZeitOrte. In diesem Rahmen habe ich letzte Woche die Möglichkeit bekommen, an einer Hüttenwerksbesichtigung bei der Salzgitter Flachstahl GmbH teilzunehmen. Das Fotografieren ist während der gesamten Führung untersagt, weswegen ich hier leider keine Bilder präsentieren kann.

Bei wunderschönem Wetter soll ich mich um 8 Uhr zusammen mit den anderen Teilnehmern der Hüttenwerksführung im Besucherzentrum der Salzgitter AG treffen. Natürlich sind alle pünktlich da – außer mir, weil ich auf mein Handy vertraute, das mich aber leider nur bis zur Hauptverwaltung brachte (immer schön auf die Schilder achten und nicht nur dem Navi vertrauen 😉 ).  Am Ende schaffe ich es aber zum Glück trotzdem noch rechtzeitig.

Nach einer kurzen Einführung geht es auch schon los. Jeder darf sich einen Helm und eine schicke weiße Haube nehmen. Schon mit den Helmen auf den Köpfen steigen wir alle in den gemütlichen Reisebus ein und fahren langsam in Richtung der Hochöfen. Bereits auf dem Weg vermittelt uns der Gästeführer einen groben Überblick über das riesige Gelände, was mich sehr an eine nette Stadtrundfahrt erinnert.

Unser erster Halt ist der Hochofen A, der gerade in vollem Gange ist.  Die mächtige Flamme kommt aus dem Boden geschossen und mit ihren sprühenden Funken erinnert sie an ein wildes Feuerwerk, was sehr eindrucksvoll und schön anzusehen ist. Wir haben das Glück dabei zu sein, als der Hochofen gelöscht wird; und schon ist die Flamme verschwunden und wir steigen wieder in unseren Bus.

Nun befinden wir uns in einer riesigen Halle mit lauter mächtigen Maschinen, sodass ich mich plötzlich winzig klein fühle. Wir stehen nur ein paar Meter entfernt und beobachten, wie zunächst  Sauerstoff in das zuvor entstandene Roheisen geblasen,  und dann Schrott in den gigantischen Konverter gekippt wird. Nachdem der entstandene Rohstahl in Brammen, also Stahlblöcke gegossen wird, sind wir hautnah dabei wie eine dieser Brammen in zwei Hälften geteilt wird. Da war es dann auch schon so heiß, dass man doch nicht zu nah heran gehen konnte.

Dann ging es auch schon zur letzten Station, der Warmwalzanlage. Dort angekommen kann ich mir noch weniger vorstellen, dass all das wirklich von uns kleinen Menschen erfunden und geschaffen wurde. In dieser Halle ist es zeitweise wie in der Sauna. Wir können quasi mit den Brammen mitlaufen und verfolgen, wie sie gewalzt und mit jedem Mal immer dünner und länger werden, bis sie am Ende aufgewickelt werden. Das Walzen beeindruckt mich bei der Vorstellung, was für Kräfte dabei im Spiel sind und auf die Brammen einwirken, am meisten und ist mein persönliches Highlight.

Mein Fazit:

Die ganze Tour ist sehr gut strukturiert und organisiert, sodass man einen erstklassigen Überblick über die wichtigsten Produktionsprozesse erhält und die Verarbeitung vom Erz bis zum Stahl sehr gut nachvollziehen kann. Ich war sehr positiv überrascht, dass man wirklich so hautnah bei den einzelnen Prozessen zusehen kann. Die drei Stunden vergingen wie im Flug und durch die Busfahrten zwischendurch konnte man sich immer wieder kurz ausruhen und einen Schluck trinken, wodurch es auch nicht zu anstrengend wurde. Außerdem war der Audio Guide (Kopfhörer) sehr hilfreich, da man unseren Gästeführer, der alle Prozesse sehr gut erklärt hat, so trotz der Lautstärke immer perfekt verstehen konnte.

Insgesamt ist die Führung super spannend und nicht nur ein Ausflugtipp für Technikinteressierte; Sie werden garantiert überwältigt sein von all den verschiedenen Sinneseindrücken! Diese einzigartige Möglichkeit sollte man sich nicht entgehen lassen!

Die Führung können Sie hier direkt buchen. Für 2018 sind noch einige Termine verfügbar.

 

Foto: Salzgitter Flachstahl GmbH