Tipp zum Wochenende: Ein Besuch der Ausstellung „Kunst & Textil“ im Kunstmuseum Wolfsburg

Installationsansicht Peter Kogler, Ohne Titel, 2008, Sound: Franz Pomassl, Foto:  © mumok/Lisa Rastl Gustav Klimt, Bildnis Marie Henneberg, 1901/02, Öl auf Leinwand, 140 cm × 140 cm, Stiftung Moritzburg Halle (Saale) - Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt, Foto: Klaus E. Göltz, Halle

Installationsansicht Peter Kogler, Ohne Titel, 2008, Sound: Franz Pomassl, Foto: © mumok/Lisa Rastl
Gustav Klimt, Bildnis Marie Henneberg, 1901/02, Öl auf Leinwand, 140 cm × 140 cm, Stiftung Moritzburg Halle (Saale) – Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt, Foto: Klaus E. Göltz, Halle

Kunst & Textil – Stoff als Material und Idee in der Moderne von Klimt bis heute

Kein Stoff, kein Material, keine Technik vermag unser sinnliches wie auch mentales Dasein so universell zu berühren, wie das Textile und das gerade in einer Zeit, die durch die zunehmende Virtualisierung immer unsinnlicher zu werden droht. Das Textile mit seinem über Jahrtausende weltweit entwickelten Reichtum an Webarten und Texturen ist das ideale Medium, diesem Bedürfnis nach Sinnlichkeit nachzukommen.

Mit einer historisch weit gespannten Ausstellung widmet sich das Kunstmuseum Wolfsburg erneut einem Lebens-Thema aus Sicht der Kunst: multimedial, interdisziplinär und die verschiedensten Kulturen umfassend. Nach Interieur/ Exterieur 2008 und Die Kunst der Entschleunigung 2011 ist dies eine weitere Etappe auf der Suche nach der Moderne im 21. Jahrhundert, die das Museum im Jahre 2006 begann.

In einem künstlerischen Dialog von rund 200 Arbeiten von 80 Künstlern sowie rund 60 weiteren anonymen, nicht überlieferten Künstlern – Werke von Gustav Klimt, Vincent van Gogh über Henri Matisse, Jackson Pollock bis hin zu Chiharu Shiota – lässt sich diese Raumwerdung des Stofflichen sinnlich nachvollziehen. In der eigentümlichen Strukturanalogie von Web-Kunst und Web-Kultur, wie beispielsweise in den monumentalen Medieninstallationen von Peter Kogler, stehen sich Hand- und Kopfarbeit, Materialität und Immaterialität im digitalen Zeitalter des Internets gegenüber.

Durch die unerwartete Kombination mit außereuropäischen Artefakten und Textilien aus Afrika, Asien und dem Orient wirft die Ausstellung ein globales Licht auf die Kunst der Moderne und Gegenwart und definiert damit die mehrfache Bedeutung des Textilen als vernetzendes Material neu.

Ein Parament aus der Schatzkammer des Kloster St. Marienbergs (mit Paramentenwerkstatt) – „Anna selbdritt“ Mitte 15 Jh. – spiegelt sich wieder in zwei Arbeiten einer zeitgenössischen ägyptischen Künstlerin.

Die Ausstellung ist noch bis Anfang März 2014 zu sehen. An diesem Wochenende hat das Kunstmuseum geöffnet: Samstag und Sonntag jeweils von 11.00 bis 18.00 Uhr.

Das Kunstmuseum Wolfsburg ist ein ZeitOrt in der Epoche Gegenwart & Zukunft.

Die Kloster St. Marienberg mit Paramentenwerkstatt in Helmstedt ist ZeitOrt in den Epochen Mittelalter & Renaissance und Gegenwart & Zukunft.

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